Typische Kritik an Treuhanddienstleistungen
Kritik an Tempo, Honorar oder Kommunikation ist in der Regel ein zulässiges Werturteil. Das Treuhandbüro sollte allgemein antworten, nicht mit Mandatsdetails.
Mandantinnen und Mandanten bewerten vor allem Erreichbarkeit, Tempo, Honorar und Kommunikation. Aussagen wie «Antworten dauern ewig» oder «Für eine einfache Steuererklärung zu teuer» sind Werturteile. Sie bleiben auch dann zulässig, wenn das Treuhandbüro die Verzögerung auf fehlende Unterlagen der Kundschaft zurückführt.
Eine sachliche Antwort kann erklären, wie das Büro grundsätzlich arbeitet – etwa dass Fristen von vollständigen Unterlagen abhängen –, ohne den konkreten Fall zu kommentieren.
Vorwürfe zu Fristen, Bussen und Fehlern
Fiktive Beispiele: «Der Treuhänder hat die Frist verpasst, ich musste eine Busse zahlen» oder «In der Steuererklärung waren grobe Fehler». Das sind Tatsachenbehauptungen über konkrete Vorgänge. Zeigen Mandatsakte, Korrespondenz und Fristenkontrolle, dass etwa die Unterlagen erst nach mehreren Mahnungen eintrafen, kann die Darstellung unwahr oder irreführend sein.
Zu beachten ist, dass eine verzerrte, aber im Kern wahre Darstellung nicht ohne Weiteres angreifbar ist. Entscheidend ist, ob der Gesamteindruck für Leserinnen und Leser falsch ist. Grundlagen: unwahre Tatsachenbehauptung.
Vertraulichkeit: was Treuhänder öffentlich sagen dürfen
Treuhänderinnen und Treuhänder sind gegenüber ihrer Kundschaft vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet; diese Pflicht ergibt sich aus dem Auftragsverhältnis und wird oft ausdrücklich vereinbart. Für Revisorinnen und Revisoren, die nach Obligationenrecht zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, gilt zudem das strafrechtliche Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB. Hinzu kommt der Datenschutz: Namen, Einkommen, Steuerdaten und Lohnangaben sind Personendaten.
Eine Antwort wie «Sie haben uns die Belege erst im Oktober gebracht» legt Mandatsinformationen offen und kann eine eigene Vertragsverletzung darstellen. Gut ist eine kurze, allgemeine Antwort mit dem Angebot eines direkten Gesprächs. Mehr: Datenschutz bei Google-Bewertungen.
Bewertungen ohne Mandat
Auch Interessenten, die eine Offerte erhalten oder ein Erstgespräch geführt haben, haben eine Erfahrung mit dem Büro. Eine Bewertung wie «Offerte viel zu teuer» ist daher nicht automatisch fake. Prüfenswert sind Schilderungen eines angeblichen Mandats, zu dem weder Akte, Offerte, Korrespondenz noch Anfrage auffindbar sind. Mehr dazu: Google-Bewertung ohne Kundenkontakt.
Ehemalige Mitarbeitende und Mitbewerber
In Treuhandbüros wechseln Mitarbeitende nicht selten zu Konkurrenten oder machen sich selbständig – manchmal mit Kundschaft. Bewertungen, die eher Arbeitsbedingungen als Dienstleistungen kritisieren oder auffällig mit einem Mandatswechsel zusammenfallen, können einen Interessenkonflikt nach den Google-Richtlinien darstellen. Bei Mitbewerbern kann zusätzlich das UWG eine Rolle spielen. Mehr: Bewertungen ehemaliger Mitarbeitender.
Typische Treuhandbewertungen im Überblick
Fiktive Beispiele zur Orientierung.
| Typische Bewertung (fiktives Beispiel) | Einordnung | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|---|
| «Nie erreichbar, Honorar frech.» | Werturteil, zulässig | Allgemein antworten, Gespräch anbieten |
| «Wegen ihnen musste ich 2'000 Franken Busse zahlen.» | Tatsachenbehauptung | Akte und Fristenkontrolle prüfen; keine Details öffentlich |
| «Die verkaufen Kundendaten.» | Schwere unbelegte Tatsachenbehauptung | Rechtlich prüfen lassen |
| Angebliches Mandat, keine Akte und keine Anfrage | Möglicher fehlender Kontakt | Anfragen und Offerten prüfen, dann melden |
| Kritik an Lohn und Chef durch Ex-Mitarbeiterin | Interessenkonflikt | Meldung wegen Interessenkonflikt |
Wann eine individuelle Prüfung für Treuhandbüros sinnvoll ist
Eine Prüfung lohnt sich vor allem dann, wenn die Bewertung überprüfbare Tatsachen enthält, die nicht stimmen, wenn kein nachvollziehbarer Kontakt besteht, wenn Personen identifizierbar genannt oder sensible Angaben veröffentlicht werden oder wenn mehrere ähnliche Bewertungen in kurzer Zeit erscheinen. Für sachliche Kritik einer echten Kundin oder eines echten Kunden ist eine ruhige Antwort meist der bessere Weg.
Klare Richtlinienverstösse können Sie kostenlos selbst bei Google melden – die Schritte erklärt der Beitrag Google-Bewertung melden. Für eine fallbezogene Einschätzung bietet Bewertungsanwalt eine kostenlose Ersteinschätzung; Antragstellung, Formulierung und Löschungsverfahren führen in jedem Fall in Deutschland zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte aus dem Netzwerk durch. Die Betreiberin XSR Agency LTD ist selbst keine Kanzlei. Google entscheidet über jede Entfernung; die Kosten einer Bewertungsentfernung fallen nur pro erfolgreich entfernter Bewertung an.
Dieser Ratgeber beantwortet die häufigsten Fragen rund um das Thema «Google Bewertung Treuhand» und gehört zu den Branchenratgebern für Schweizer Unternehmen. Bevor Sie etwas melden oder eine Anfrage stellen, hilft die folgende Kurz-Checkliste:
- Bewertung sichern: Screenshot mit Datum, Profilname, Sternen und vollständigem Wortlaut.
- Wortlaut aufteilen: Was ist Meinung, was ist eine überprüfbare Tatsache?
- Interne Unterlagen prüfen, ohne daraus etwas öffentlich zu machen.
- In einer Antwort keine Personendaten der bewertenden Person oder Dritter nennen.
- Bei möglichen Ehrverletzungsdelikten beachten: Ein Strafantrag ist innert drei Monaten seit Kenntnis von Tat und Täter zu stellen (Art. 31 StGB).
